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Aktuelle Information der Bürgerinitiative „Kabel-Breitband für Cunewalde“


Aus Anlass der bevorstehenden Schaltung der ersten LTE Basisstationen in Cunewalde möchte sich die Bürgerinitiative „Kabel-Breitband für Cunewalde“ heute mit einigen Informationen und Hintergründen zu Wort melden.

Warum bietet nun das LTE Netz nicht die gewünschten Anschlüsse.
Neben den bereits heiß diskutierten Strahlungsbelastungen hat LTE auch einige weitere ernst zu nehmende Nachteile, die in einer der letzten Ausgaben (08/2012) der Zeitschrift „Stiftung Warentest“ deutlich dargestellt wurden. Als Nachteile gegenüber herkömmlichem DSL wurden eindeutig die hohen Kosten und das begrenzte Datenvolumen herausgestellt.
Dazu muss man wissen: Das durchschnittlich pro Breitbandanschluss genutzte Datenvolumen in Deutschland lag 2009, so ergab eine Studie des Verbandes der Anbieter von Telekommunikations- und Mehrwertdiensten (VATM), bei monatlich 10,1 GB. Weiterhin hat man in dieser Studie festgestellt, dass sich dieses Volumen alle 3 Jahre verdoppelt. Das heißt 2012 sind es bereits ca. 20 GB! Meist sind in den Verträgen aber nur 10 GB HighSpeed Volumen enthalten ehe auf DSL Light Niveau gedrosselt wird. Braucht man mehr zahlt man dann ordentlich drauf!
Weitaus teurer wird es bei Unternehmen in Cunewalde, die noch mehr Volumen benötigen. Zum Vergleich bei herkömmlichen DSL Anschlüssen ist dieses Volumen nicht begrenzt! An dieser Stelle sei die Anmerkung gestattet – laut Richtlinien über die Förderung von Breitbandanschlüssen im ländlichen Raum müssen diese Vergleichbar mit Anschlüssen in versorgten Gebieten sein. Doppelt so hohe Preise, begrenztes Volumen und die hohen Bandbreiten nur für einige wenige Tage im Monat sind keinesfalls mit den Richtlinien konform!

Auch gibt es Abstriche bei den verfügbaren Übertragungsgeschwindigkeiten. So kann man mit LTE 800MhZ, was im ländlichen Raum eingesetzt wird nur maximal 50 Mbit/s übertragen. Da sich alle Nutzer einer Basiszelle diese Bandbreite teilen kann man sich leicht ausrechnen, wie viel dem einzelnen Anschluss zur Verfügung stehen, wenn die Zellen ausgelastet sind!

Einige weitere Nachteile der LTE Versorgung in Cunewalde sollen hier noch genannt werden:

  • Starke Beeinträchtigung des Emfangs in Gebäuden
  • keine Kontrolle der verbrauchten Datenmenge
  • Telekom lässt nur eigene Hardware zu, keine Nutzung mit FritzBox LTE o.ä.
  • eingeschränkte Nutzung Multimedia (Online-Video, Internet-Radio, Cloud etc.)
  • Unterdrückte Anwendungen wie Voice oder Peer to Peer
  • Keine Auswahl anderer Anbieter möglich

Zum Abschluss unserer aktuellen Informationen noch ein Wort zur erhöhten Strahlungsbelastung durch die neu zu errichtenden Funkmasten in Cunewalde. Unser Ort wird nach der Inbetriebnahme durch insgesamt 4 Funkmasten versorgt werden. Damit steigt die Strahlungsbelastung eines jeden Einwohners an. Um das in einigermaßen vertretbaren Grenzen zu halten wäre es wünschenswert, wenn möglichst keiner der Cunewalder Breitband Interessenten auf einen LTE Anschluss angewiesen wäre. LTE Basistationen sind mit einem intelligentem Leistungsmanagement ausgestattet, im Falle einer geringfügigen Nutzung arbeiten diese praktisch im „Leerlauf“ und somit ist die Belastung eher gering! Das bedeutet aber, dass eine andere, kabelgebundene Versorgungsvariante verfügbar wäre.


Die BI in der Gemeinderatssitzung am 23.5.2012

Nach dem Ende der Unterschriftensammlung und dem Gespräch mit dem Landrat sollte es nun am 23.5.2012 zum Showdown in der Gemeinderatssitzung kommen.

Im Vorfeld hatte sich die Bürgerinitiative noch einmal intensiv mit dem Antrag auf Herauslösung der Lose aus dem Landkreisprojekt beschäftigt und feststellen müssen, dass es auf Grund von Äußerungen des Landrates und basierend auf Informationen des Bürgermeisters Herrn Martolock ein äußerst aufwendiges und langwieriges Prozedere sei, diesen Antrag zu stellen. Die Erfolgsaussichten sind äußerst gering und die zu erwartenden Kosten, welche dann auf die Gemeinde zukommen würden, sind nicht abzuschätzen. Die Bürgerinitiative hatte sich deshalb vor Beginn der Gemeinderatssitzung darauf geeinigt, den Antrag zurückzuziehen und somit den Protest in der Gemeinde Cunewalde einzustellen.

Die Bürgerinitiative bedankt sich bei allen Bürgern und Bürgerinnen, die durch Ihre Unterschrift Verantwortungsbewusstsein für die Zukunft von Cunewalde bewiesen haben und bittet auch weiterhin um Ihre Unterstützung. Auch die bisherigen Aktionen waren nicht umsonst!

Wir haben beschlossen, unsere ganze Kraft in das durch die Bürgerinitiative initiierte Projekt kabelgebundener Anschlüsse durch die Firma KSBK, basierend auf dem Netz der Antennengemeinschaft Cunewalde, zu investieren. Wir sind der Ansicht, dass nur dieses Projekt unsere einzige Chance ist, Cunewalde langfristig mit leistungsfähigen und bezahlbaren Breitbandanschlüssen zu versorgen. Wir werden der Antennengemeinschaft und der Firma KSBK alle notwendige und leistbare Hilfe anbieten, dieses Projekt in naher Zukunft umsetzen zu können, immer mit dem Ziel, dass sich für unsere Bürger keinerlei Nachteile einstellen und das eine möglichst flächendeckende Versorgung erreicht wird.

Das Thema Beeinträchtigung durch Funkstrahlung ist damit ebenfalls nicht zu den Akten gelegt, denn zum einen ist mit dem Angebot leistungsfähiger Breitbandanschlüsse die Notwendigkeit der Nutzung der teuren und sehr eingeschränkten LTE-Funkanschlüsse der Telekom hinfällig, was auch die Funkbelastung im Ort erheblich einschränkt. Die Sendeanlagen arbeiten nutzerabhängig – also weniger Nutzer = weniger Sendeleistung!

Zum anderen wird sich die Bürgerinitiative natürlich weiterhin für die Änderung der Strahlengrenzwerte in Deutschland stark machen und dafür natürlich auch die Unterschriftensammlung verwenden. Dies allerdings nicht auf kommunalem Gebiet, sondern dort wo Richtlinien erlassen werden.

Namensänderung

Aus aktuellem Anlass hat sich die Bürgerinitiative entschlossen künftig unter neuem Namen aufzutreten. Wir wollen uns damit deutlich von der ehemaligen Arbeitsgruppe DSL für Cunewalde distanzieren.

Initiative
Kabel-Breitband
für Cunewalde